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Seifenherstellung

Seifenherstellung

Seifenherstellung

 

Seifenherstellung mit Tradition: Unsere Seifen sind nur aus pflanzlichen Ölen & Fetten hergestellt, nach dem Marseille- oder Aleppoverfahren.

Alle Seifen sind 100% frei von tierischen Fetten. Tierische Fette können Milch, Talg und insbesondere ausgelassene Fette von Rindern, Schafen und Schweinen von Schlachthäusern sein. In der industriellen Seifenproduktion finden sich bis zu 70% - 80% dieser tierischen Fette, die von Schlachthäusern als Abfallprodukt an Lebensmittel- und Kosmetikhersteller geliefert und dort weiterverarbeitet werden. Diese tierischen Fette heißen "Sodium Tallowate" (vom engl. tallow, ausgelassenes Fett). Der Begriff steht meistens an erster Stelle wortwörtlich auf der Rückseite der Seifenpackung (Ingredentien), wenn sie wissen wollen, ob ihre Seife aus Schlachtresten hergestellt worden ist.

Unsere Seifen sind ausschließlich aus pflanzlichen Ölen und Fetten hergestellt. Da in Deutschland gesetzlich nirgends eindeutig und klar geregelt ist, ab welchen Anteil Olivenöl, z. B. eine Olivenölseifen als solche bezeichnet werden darf (1%?, 5%? oder gar 30%?), haben wir uns für Seifen entschieden, die entweder nach dem Marseilleverfahren oder nach dem Aleppoverfahren hergestellt werden.

 

MARSEILLEVERFAHREN (Primärhersteller)

Der Sonnenkönig Ludwig XIV erlies 1688 ein gesetzlich vorgeschriebenes Verfahren zur Herstellung von rein pflanzlichen Seifen. Hersteller, die dieses Verfahren einhalten, dürfen Ihre Seife "Savon de Marseille" nennen. Heutzutage gibt es in Frankreich noch eine handvoll Hersteller bzw. wirkliche Seidensieder (Primärhersteller, Jahresproduktion je Hersteller zwischen 12.000 - 50.000 Tonnen pro Jahr), die traditionell weiterhin Seifen nach dem Marseilleverfahren produzieren.

 

Welches sind die typischen Kennzeichen der Herstellung von Marseilleseife?

  • 1. Grundsatz: Nur 3 pflanzliche Öle sind bei der Herstellung zugelassen=> Oliven-, Palm- und Kokosöl
  • 2. Grundsatz: Es müssen 72% pflanzliche Öle enthalten sein, wobei die pflanzlichen Öle gemischt werden können. Die Öle müssen Lebensmittelqualität haben. Da die Farbe sich nicht verseifen läßt, sind hauptsächlich mit Olivenöl hergestellte Seifen grün, mit Palm- und Kokosöl hergestellte Seifen strohgelb.
  • 3. Grundsatz: Keine zusätzlichen Farb- und Duftstoffe, frei von jeglichen Konservierungsstoffen
  • 4. Grundsatz: Ein vorgeschriebenes Herstellungsverfahren in Kupferkesseln
    • Mischen der Zutaten
    • Waschen der Rohmasse
    • Sieden der Seifenrohmasse mehrere Tage bei > 100°C
    • "Liquidation" der Rohmasse: Mehrere Waschvorgänge mit reinem Wasser, um die verbliebenen Rückstände zu entfernen
    • Abgießen der Seifenmasse ("warmer Lavastrom") in flache Becken
    • 1. Trocknen der Seife (einige Tage) 
    • Anschneiden der Seife
    • 2. Trocknen der Seifen (3-4 Wochen) 
    • Entgültiges Schneiden der Seifen in unterschiedliche Kuben, Tranchen und Formen 
    • Stempelaufdruck

     
 

Traditionell wird die Marseilleseife nicht nur für die Körperpflege, sondern auch für die Textilpflege sowie als Reinigungs- und Putzmittel verwendet.

MARSEILLEVERFAHREN (Sekundärhersteller)

Basierend auf der Rohmasse der Primärhersteller werden in einem 2.-ten Schritt Feinseifen mit Duftstoffen (ohne Farbstoffe) oder Farb-/Duftstoffen hergestellt. Dies machen auch einige Primärhersteller selbst, die Rohmasse wird aber auch als Vorprodukt an eine Vielzahl an Sekundärherstellern in Frankreich, Deutschland und Übersee geliefert. Diese Sekundärhersteller (es sind KEINE Seifensieder) fügen ihre individuellen Farb- und/oder Duftkombinationen der Seife zu, so dass dann Feinseifen entstehen. Wir haben solche Sekundärhersteller ausgewählt, die mit pflanzlichen Farb- und Duftstoffen arbeiten (100% Naturseifen).

 

ALEPPOVERFAHREN

In und um der syrischen 2 Millionen Metropole Aleppo (dt.) bzw. Alep (franz.) werden seit über 1000 Jahren Seifen aus Oliven- und Lorbeeröl hergestellt. Die 100% rein pflanzlichen Naturseifen sind frei von jeglichen synthetischen oder petrochemischen Konservierungs- und Zusatzstoffe, frei von Farb- und Duftstoffen oder tierischen Fetten.

       

Die Originalbestandteile sind Olivenöl, Lorbeeröl, Wasser, Soda. Der Olivenölanteil liegt zwischen 53% und 80%. Die Qualität der Seife steigt mit zunehmendem Anteil an Lorbeeröl (8%, 20%, 35%).

Nach der Olivenernte im Herbst beginnt während der kühlen Wintermonate die Saison der Seifenherstellung. Der Herstellungprozess hat sich seit der Antike kaum verändert. Der Herstellungprozess ist dem des Marseilleverfahren sehr ähnlich und ist historisch gesehen der Vorläufer des Marseilleverfahrens. Alepposeifen dürfen nur in Aleppo hergestellt werden. 

  • Zunächst wird ausschließlich Olivenöl in großen Kupferkesseln mit Soda gekocht 
  • Die Rohmasse wird mehrere Tage bei > 100°C gesiedet, gegen Ende des Verseifungsprozesses wird Lorbeeröl zugefügt
  • Die Sodalösung und Lauge wird am Ende des Verseifungsprozesses aus den Kesseln abgelassen und solange rein gewaschen bis sie von allen unerwünschten Bestandteilen vollständig befreit ist. Noch heute wird die Qualität der Seife vom Seifenmeister probiert (!)
  • Die noch warme, grüne Paste wird anschließend auf einem vorbereitenden Boden verteilt.
  • Die in einem 1. Schritt getrockneten (mehrere Tage), mit dem Siegel (Stempel) des Hersteller versehenen Seifen werden geschnitten und anschließend gestapelt
  • Die Seifen trocknen in einem 2. Schritt bis zu 9 Monate im Halbschatten durchlüfteter Gewölbe und Hallen
  • Während der Lagerung
    • wechselt die äußere Farbe durch natürliche Oxidation der Ölsäure von grün zu ocker, das Innere bleibt olivgrün und
    • verliert die Seife bis zur Hälfte (NICHT 80% oder 90%) ihres Gewichtes
  • Danach erst kommen die Seifen in den Verkauf