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1. Wie arbeitet unsere Haut?

1. Wie arbeitet unsere Haut?

1. Wie arbeitet unsere Haut?

 

Faszinierend: Das größte Organ Haut

 

Kaum ein Organ ist so faszinierend wie unsere Haut: Ihre Gesamtfläche beträgt durchschnittlich 2 Quadratmeter. Ihr Gewicht liegt bei etwas 12-14 Kilogramm, das sind ca. 20% des Körpergewichtes. Und sie wächst: täglich um 0,002 Millimeter. Die oberste Hautschicht erneuert sich innerhalb von 27 bis 30 Tagen vollständig.

 

Aber die Haut hat es auch in sich: In nur einem Quadratzentimeter finden sich ca. 600.000 Zellen, 5.000 Sinneszellen, 4 Meter Nervenbahnen, 100 Schweißdrüsen, 1 Meter Blutgefäße, 15 Talgdrüsen, 5 Haare und 150.000 Pigmentzellen.

 

Immer mehr Menschen fühlen sich in ihrer Haut unwohl

 

Die Haut atmet und jede Haut ist anders. Aber jede Haut reagiert mehr oder weniger empfindlich auf die zunehmenden Belastungen durch Umweltreize und auf Stress. Mangelerscheinungen im Stoffwechsel der Haut sind eine Ursache dafür, dass sich immer mehr Menschen in ihrer Haut unwohl fühlen.

 

In Deutschland leiden heute über 60% der Bevölkerung unter Hautirritaionen und Hautkrankheiten. Am meisten verbreitet sind Neurodermitis und Schuppenflechte. Die Ursachen der Neurodermitis sind bis heute nicht eindeutig erklärbar. Untrüglich und unangenehm sind die Symptome der Hautirritaion: extrem - über die normale Entwicklung der Haut hinausgehende -  trockene Haut, Juckreiz, Entzündungen, schuppige oder auch nässende Stellen. Bei der Schuppenflechte sind Hautpartien an Armen, Beinen oder sogar im Gesicht stark gerötet. Hintergrund ist eine Störung des Stoffwechsels in der obersten Hautschicht (Epidermis), die zu einem krankhaften, extrem schnellen Wachstum der Zellen führt. Die Haut kann sich dadurch entzünden, austrocknen und sogar reißen.

 

Das atmende Mauerwerk: Epidermis und ihr Stratum Corneum

 

Unsere Haut besteht aus drei Schichten: der Unterhaut, der Lederhaut (Dermis) und der Oberhaut. Diese oberste Hautschicht heißt auch Epidermisund ist Schnittstelle zur äußeren Umwelt. Die Epidermis selbst hat auch mehrere Schichten. In der untersten Schicht entstehen neue Zellen die nach oben Richtung Hautoberfläche wandern und schieben.  Auf dem Weg nach oben durch die Epidermis verändern sich die Zellen. Sie entleeren ihren Zellinhalt in das zwischen den Zellen bestehende Gewebe und verhornen zunehmend. Innerhalb der Epidermis ist die äußerste Hautschicht dasStratum Corneum.

 

Hautschutz, Hautpflege und Hautregeneration finden hauptsächlich im Stratum Corneum statt.

 

Stratum Corneum: Das atmende Mauerwerk

 


Der Aufbau des Stratum Corneum (blau) ist einer  "Mauer" vergleichbar: Da sind 1. die Vielzahl der verhornten, jetzt inhaltslosen Zellen, das sind die "Ziegelsteine" und 2. das zwischen den Zellen befindliche Gewebe, das ist der "Mörtel". Dieser "Mörtel" heißt Lipidschicht, in der sich u.a. auch die entleerten Zellinhalte befinden. Der "Mörtel" (Lipidschicht) besteht aus verschiedenen Arten von - wasserunlöslichen - Fetten.

 

Die entleerten Zellen ("Ziegel") haben eine Hornhülle, die weiterhin die Fähigkeit zur Wasserbindung besitzt und werden bei gesunder Haut unmerklich abgeschliffen. Ein Peeling entfernt lose, tote Hautschüppchen und erzeugt das wunderbar glatte, weiche Hautgefühl.

 

Die Haut und das Mauerwerk müssen atmen: Schutz und Regeneration

 

Die intakte Lipidschicht ("Mörtel") sichert einen gesunden Stoffwechsel und eine atmungsaktive Haut. Eine beschädigter "Mörtel" (Lipidschicht) kann im Extremfall die Stabilität des gesamten "Mauerwerkes" (Stratum Corneum) in Gefahr bringen. Die Lipidschicht hält, neben den wasserunlöslichen Lipiden (Fetten), die Feuchtigkeit in der Haut (Feuchtigkeitsbindung und -versorgung), vermindert einen übermäßigen Wasserverlust und hält die Haut geschmeidig. Diese Schutzfunktion hat den Namen "Barriereschicht" geprägt. Es gibt noch heute sehr viele, mineralölbasierte Produkte im Hautschutzbereich, die mit einem Oberflächenfilm die darunter liegende Haut regelrecht versiegelt. Die Schutzfunktion wird in diesem Fall von Mineralölen übernommen. Die Haut und das "Mauerwerk" können nicht atmen.

 

Im Gegesatz dazu ist unter Regeneration der gesamte Prozess des Stoffwechsels, der Zellerneuerung, der Erholung, der Revitalisierung und Heilung (Reparatur) innerhalb der Haut zu verstehen. Die Regeneration und die Schutzfunktion hat jedoch das von Natur aus dafür vorgesehene Stratum Corneum ("Mauerwerk") mit der Lipidschicht ("Mörtel") zu übernehmen. Die Haut besitzt ein phänomenales Regulationssystem, mit dessen Hilfe auch außergewöhnliche Einflüsse auf die Haut immer wieder ausgegelichen werden.

 

Die zwei entscheidenden Faktoren: Wasser und Fette

 

Für eine gesunde, sich im natürlichen Gleichgewicht befindliche Haut sind zwei Faktoren maßgeblich: Der Feuchtigkeitsgehalt und die Fettstruktur im Stratum Corneum. Feuchtigkeit wird in den Zellen ("Ziegel") und zwischen den Zellen ("Mörtel") gebunden. Substanzen, die in der Zelle das Wasser an sich binden, heißen dermatologisch Natural Moisturizing Factors (NMF). Natürliche Hautbestandteile sind bspw. Natriumsalze, Kaliumsalze und Calziumsalze. Sie finden sich u.a. in Oliven-, Palm-, Sheabutter- oder Arganölseifen. Das Wasser zwischen den Zellen befindet sich in der Lipidschicht ("Mörtel"), ebenso Fette wie Ceramiden (etwa 30% Anteil), Fettsäuren (zusammen etwa 30%), Cholesterin (tierisches Fett), und Phospholipiden. Tierisches Cholesterin läßt sich bspw. durch pflanzliche Phytosterine ersetzen. Sheabutterprodukte sind in diesem Fall gut geeignet, da die Sheabutter sowohl Fettsäuren als auch pflanzliche Phytosterine enthält.

 

Fazit: Wie wirken Naturkosmetik Produkte?

 

Unsere Haut sorgt dafür, dass wir leben können. Deswegen müssen wir dafür sorgen, dass sie gesund bleibt. Naturkosmetik Produkte und deren Wirkungen setzen bei der Epidermis und ihrem Stratum Corneum ("Mauerwerk") an. Um die Haut zu schützen und zu regenerieren, müssen die in den Naturkosmetik Produkten enthaltenen Inhaltsstoffe der

  1. natürlichen Zusammensetzung der Epidermis und des "Mauerwerkes" entsprechen,
  2. von der Haut aufgenommen werden ("verstoffwechselt") und
  3. sich in die natürliche Hautstruktur einbinden lassen.

Das verstehen wir unter Naturkosmetik Produkten.